Informationen zum Kanalsanierungsprojekt in der Gemeinde Kammeltal 2016-2020

Kanalsanierung

Am 14.06.2016 fand um 19.00 Uhr in der Gymnastikhalle in Wettenhausen eine allgemeine Informationsveranstaltung zum Kanalsanierungsprojekt im Gemeindegebiet statt. Ca. 150 Teilnehmer informierten sich über Hintergründe, Abläufe und Kosten des Sanierungsprojekts. Die Gemeinde Kammeltal wird in den nächsten Jahren den aufgelaufenen Sanierungsbedarf in ihrem Abwassersystem abarbeiten. Auf der Basis von umfangreichen Kamerabefahrungen hat das Ingenieurbüro Thielemann & Friderich eine Schadensanalyse erstellt und durch Bewertung einzelner Faktoren eine Prioritätenliste erarbeitet. Dipl.-Ingenieur Thomas Friderich stellte den Teilnehmern die Analysen vor. Er dokumentierte den erheblichen Handlungsbedarf im Kanalnetz im gesamten Gemeindegebiet anhand ausgewählter Beispiele.
Sodann informierte er über die verschiedenen Sanierungsverfahren wie Inliner, Kurzliner, Quicklockmanschetten und den Einsatz von Fräsrobotern. Der Umfang des Sanierungsbedarfs betrifft das gesamte Gemeindegebiet. So müssen von ca. 42 km Gesamtnetz unter anderem 7 km Inliner eingebracht werden, ca. 780 Stutzen repariert werden und nahezu 2.800 Hindernisse gefräst werden. In einigen Ortsteilen besteht bei bis zu 79% der Kanäle Handlungsbedarf. Nach Abschluss des Sanierungsprojektes ergibt sich eine deutliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit unseres Kanalnetzes. Es werden Austritte von Schmutzwasser ins Grundwasser unterbunden, der Eintritt von Fremdwasser verhindert und durch die Beseitigung von Einwurzelungen und Einwüchsen die Abflussfähigkeit und hydraulische Leistungsfähigkeit insgesamt im gesamten Netz verbessert.
Dipl.Ing. Friderich erläuterte im Anschluss den Ablauf der Maßnahmen.
So wurde bereits 2016 in Behlingen und Ried begonnen. Die Gemeinde wird das Gesamtprojekt abschnittsweise umsetzen und bis spätestens 2020 abschließen. Als nächster Bauabschnitt ist Ettenbeuren vorgesehen. Parallel dazu laufen derzeit Untersuchungen, ob im Bereich Egenhofen die Kanalsanierung mit einer Straßenbaumaßnahme verbunden werden soll.
Als kostenrechnende Einrichtung muss die Finanzierung der Maßnahme im Kanalnetz durch die Nutzer erfolgen. Der Gemeinderat hat sich dazu entschlossen, anstelle unvertretbar hoher Gebührensteigerungen Verbesserungsbeiträge zu erheben. Dabei erhalten alle angeschlossenen Grundstücksinhaber Beitragsbescheide. Zur Höhe der Belastung ist festzustellen, dass sich der beitragsfähige Aufwand auf ca. 2,6 Mio. Euro (Basis Kostenschätzung 2016) belaufen wird. Die Gesamtmaßnahme beläuft sich auf etwa 3,6 Mio. Euro. Die Kosten der Straßenentwässerung werden nicht umgelegt.
Die Grundstückseigentümer werden zur Vermeidung erheblichen Verwaltungsaufwands erst nach Abschluss der Maßnahme mit dem Gesamtbetrag ihres Grundstücks herangezogen. Auf Abschlagszahlungen wird verzichtet.
Auf der Basis einer Verbesserungsbeitragssatzung werden die Kosten der Grundstücksentwässerung auf die Grundstücksflächen und die Kosten der Schmutzwasserentsorgung auf die Geschossflächen umgelegt. Maßstab ist dabei die zulässige, nicht die gebaute Geschossfläche, wie es etwa im Bebauungsplan festgesetzt ist.